Wann braucht eine Fläche in Bayern ein Geländer?
Nach Art. 36 Abs. 1 Nr. 1 BayBO sind allgemein begehbare Flächen zu umwehren, wenn sie unmittelbar an eine mehr als 0,50 m tiefer liegende Fläche angrenzen; der Artikel nennt eine Ausnahme, wenn die Umwehrung dem Zweck der Fläche widerspricht. Zusätzlich erfasst er Aufenthaltsdächer, freie Seiten von Treppen und bestimmte Fenster an Treppen. ALVENOR ist eine Marke der Koch GmbH und führt bei angenommenen Geländerprojekten in Nürnberg und Fürth das Aufmaß am Standort selbst durch.
Die 0,50-m-Schwelle beantwortet noch nicht, welches System, welche Höhe oder welche Füllung im konkreten Bestand geeignet ist. Einbaulage, Absturzhöhe, Gebäudenutzung, Befestigungsgrund, Geometrie und anwendbare Technische Baubestimmungen müssen zusammen betrachtet werden. Dieser Ratgeber fasst offizielle Quellen zusammen, ersetzt aber keine Fachplanung, Nachweisführung oder Freigabe.
Fünf Prüffelder vor Angebot und Aufmaß
Was Art. 36 BayBO tatsächlich sagt
Art. 36 BayBO gilt in der angezeigten Fassung seit 1. Mai 2026. Er nennt die mehr als 0,50 m tiefer liegende Nachbarfläche als Auslöser für allgemein begehbare Flächen und führt weitere Situationen auf: Aufenthaltsdächer, bestimmte Öffnungen in Dächern und Decken, freie Seiten von Treppen sowie Fenster an Treppen unterhalb der notwendigen Umwehrungshöhe.
Absatz 2 verlangt ausreichend hohe und feste Umwehrungen. Auf der Artikelseite steht kein universeller Zentimeterwert, der jedes Balkon-, Treppen- oder Terrassengeländer freigibt. Die konkrete Höhe darf deshalb nicht allein aus einer allgemeinen 90–110-cm-Spanne oder einem Online-Rechner abgeleitet werden.
Höhe, Öffnungen und Kleinkinderschutz
Wenn auf der zu sichernden Fläche üblicherweise mit unbeaufsichtigten Kleinkindern zu rechnen ist, verlangt Art. 36 Abs. 2 eine Ausführung, die Über- oder Durchklettern nicht erleichtert. Der Artikel nennt zugleich Ausnahmen innerhalb von Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 sowie innerhalb von Wohnungen.
Daraus folgt keine pauschale Freigabe eines bestimmten Stababstands. Öffnungen, horizontale Elemente, unterer Spalt, Füllung und Nutzung werden mit den für das Projekt anwendbaren Regeln geprüft. Die Bayerischen Technischen Baubestimmungen konkretisieren die Schutzziele der BayBO für Planung, Bemessung und Konstruktion.
Glasfüllung: VSG allein ist keine Freigabe
Das DIBt zu absturzsichernden Verglasungen beschreibt Glasaufbau und Scheibenlagerung als gemeinsam entscheidend. Zusätzlich sind dynamische und statische Nachweise erforderlich; als Regelwerk nennt das DIBt DIN 18008-4. Ein Produktname oder die Angabe VSG allein ersetzt diese System- und Nachweisprüfung nicht.
Was ALVENOR für ein Geländerprojekt klärt
Für eine erste Einordnung helfen sichere Fotos, Projektort, Einbaulage, ungefähre Maße, Absturzhöhe, Nutzung, gewünschte Füllung und vorhandene Bestandsunterlagen. Bei angenommenen Projekten dokumentiert ALVENOR den Bestand und führt das Aufmaß am Standort selbst durch.
Das konkrete System, die Füllung, Befestigung, erforderliche Nachweise, Lieferung und die Montage durch den im Angebot benannten selbstständigen Partnerbetrieb werden ausschließlich im schriftlichen Angebot festgelegt. ALVENOR verspricht auf dieser Seite keine eigene Statik, Normprüfung oder Freigabe. Den lokalen Leistungsrahmen beschreibt Aluminium-Geländer in Nürnberg und Fürth.